Kurz beantwortet
Shopify ist eine Mietlösung: Sie zahlen ab CHF 21 pro Monat und erhalten Hosting, Sicherheit und Updates aus einer Hand. WooCommerce ist eine kostenlose Erweiterung für WordPress: flexibler und ohne Plattformgebühr, dafür kümmern Sie sich um Hosting und Wartung. Für einen schnellen Start mit wenig Technik passt meist Shopify, für individuelle Anforderungen und eine bestehende WordPress-Website oft WooCommerce.
Das Wichtigste in Kürze
- Shopify kostet in der Schweiz CHF 21 pro Monat (Basic, jährliche Zahlung) bis CHF 269 (Advanced), dazu kommen Kartengebühren.
- WooCommerce selbst ist kostenlos, Sie zahlen Hosting, Wartung und je nach Bedarf Erweiterungen.
- TWINT funktioniert bei beiden: bei Shopify direkt über Shopify Payments, bei WooCommerce über Zahlungsanbieter wie Payrexx, PostFinance Checkout oder wallee.
- Weltweit läuft rund jeder zweite Onlineshop mit WooCommerce und rund jeder dritte mit Shopify.
- Entscheidend sind Sortiment, gewünschte Funktionen, Budget und wer den Shop technisch betreut.
Die Unterschiede auf einen Blick
Shopify und WooCommerce verfolgen zwei verschiedene Ansätze. Shopify ist eine gemietete Komplettlösung, WooCommerce eine Erweiterung, die Ihre WordPress-Website zum Shop macht.
| Shopify | WooCommerce | |
|---|---|---|
| Prinzip | Mietlösung (Software as a Service) | Kostenlose Erweiterung für WordPress |
| Grundkosten | ab CHF 21 pro Monat (Basic, jährlich) | Software gratis, Hosting ab rund CHF 11 pro Monat |
| Gebühren pro Verkauf | Kartengebühren ab 2,95 % + CHF 0.30, bei Fremdanbietern Zusatzgebühr | Gebühren des gewählten Zahlungsanbieters |
| TWINT | über Shopify Payments oder Apps | über Plugins von Zahlungsanbietern |
| Hosting und Updates | inklusive | selbst oder mit Wartungspaket |
| Flexibilität | gross, im Rahmen der Plattform | sehr gross, voller Zugriff auf den Code |
| Inhalte und Blog | vorhanden, einfacher | volle Stärke von WordPress |
Shopify: Pakete und Gebühren in der Schweiz
Shopify zeigt auf der Schweizer Preisseite Preise in CHF. Bei jährlicher Zahlung sind die Pakete rund ein Viertel günstiger.
| Paket | Jährliche Zahlung | Monatliche Zahlung | Kartengebühr online | TWINT-Gebühr |
|---|---|---|---|---|
| Basic | CHF 21 pro Monat | CHF 29 pro Monat | 2,95 % + CHF 0.30 | 1,75 % + CHF 0.30 |
| Grow | CHF 59 pro Monat | CHF 79 pro Monat | 2,75 % + CHF 0.30 | 1,65 % + CHF 0.30 |
| Advanced | CHF 269 pro Monat | CHF 359 pro Monat | 2,55 % + CHF 0.30 | 1,45 % + CHF 0.30 |
Stärken
- Schneller Start ohne eigenes Hosting
- Sicherheit, Updates und Server-Betrieb übernimmt Shopify
- Gute Kassen- und Verkaufskanäle, etwa für Laden und Social Media
- Grosse Auswahl an Apps
Grenzen
- Laufende Plattform- und Transaktionskosten
- Nutzen Sie einen anderen Zahlungsanbieter als Shopify Payments, verlangt Shopify zusätzlich 2 % (Basic) bis 0,6 % (Advanced) pro Verkauf
- Viele Zusatzfunktionen nur über kostenpflichtige Apps
- Weniger Freiheit bei Struktur und Technik
WooCommerce: Kosten und Möglichkeiten
WooCommerce ist eine kostenlose Erweiterung für WordPress mit über 7 Millionen aktiven Installationen. Sie brauchen dafür eine WordPress-Website auf einem eigenen Hosting.
Stärken
- Keine Plattformgebühr und keine Zusatzgebühr pro Verkauf durch WooCommerce
- Volle Kontrolle über Design, Struktur und Daten
- Website, Ratgeber und Shop in einem System, ideal für SEO
- Viele Schweizer Zahlungsanbieter mit eigenem Plugin
Grenzen
- Hosting, Updates und Sicherheit müssen betreut werden
- Manche Erweiterungen kosten jährlich, zum Beispiel WooCommerce Subscriptions USD 279 pro Jahr
- Bei vielen Plugins steigt der Wartungsaufwand
Praxistipp
Mit einem Care-Paket übernehmen wir Hosting, Updates und Backups Ihres WooCommerce-Shops zum festen Monatspreis. So haben Sie die Flexibilität von WooCommerce ohne den technischen Aufwand.
TWINT und Schweizer Zahlungsarten
TWINT gehört für Schweizer Kundschaft zu den wichtigsten Zahlungsarten. TWINT selbst bietet kein eigenes Shop-Plugin an, sondern arbeitet mit Zahlungsanbietern zusammen.
TWINT bei Shopify
TWINT lässt sich direkt in Shopify Payments aktivieren, wenn Ihre Kundschaft in der Schweiz ist und in CHF bezahlt. Alternativ gibt es Apps von Anbietern wie Payrexx, Datatrans oder Worldline. Dann fallen zusätzlich die Shopify-Gebühren für externe Anbieter an.
TWINT bei WooCommerce
Für WooCommerce gibt es kostenlose Plugins von Zahlungsanbietern wie Payrexx, PostFinance Checkout und wallee, die TWINT, Karten und weitere Zahlungsarten abdecken. Die Gebühren richten sich nach dem Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter.
Für Shopify Payments verlangt Shopify unter anderem einen Wohn- oder Firmensitz in der Schweiz und ein Bankkonto in CHF oder EUR.
Mehrwertsteuer und Versand
Beide Systeme können Schweizer Mehrwertsteuersätze abbilden. Seit dem 1. Januar 2024 gelten diese Sätze:
| Satz | Höhe | Beispiele |
|---|---|---|
| Normalsatz | 8,1 % | die meisten Waren und Dienstleistungen |
| Reduzierter Satz | 2,6 % | zum Beispiel Lebensmittel und Bücher |
| Sondersatz Beherbergung | 3,8 % | Übernachtungen |
Mehrwertsteuerpflichtig wird, wer innerhalb eines Jahres mindestens CHF 100’000 Umsatz aus steuerbaren Leistungen erzielt. Massgebend ist der weltweite Umsatz. Lassen Sie die Einstellungen im Shop von Ihrer Treuhand prüfen.
Rechenbeispiel: Gebühren bei Shopify
Ein Beispiel zeigt, wie stark Transaktionsgebühren ins Gewicht fallen. Angenommen, Ihr Shop verkauft im Jahr 500 Bestellungen à CHF 100, also CHF 50’000 Umsatz, alle per Karte über Shopify Payments im Paket Basic:
| Posten | Berechnung | Betrag pro Jahr |
|---|---|---|
| Shopify Basic | 12 × CHF 21 | CHF 252 |
| Kartengebühren (Prozent) | 2,95 % von CHF 50’000 | CHF 1’475 |
| Kartengebühren (fix) | 500 × CHF 0.30 | CHF 150 |
| Total | CHF 1’877 |
Bei WooCommerce entfallen die Plattformgebühr und die Shopify-Gebühr. Dafür bezahlen Sie Hosting, Wartung und die Gebühren Ihres Zahlungsanbieters. Welche Variante günstiger ist, hängt vom Umsatz, den Zahlungsarten und dem Betreuungsaufwand ab.
Welches System passt zu Ihnen?
Shopify passt, wenn
- Sie schnell starten möchten und wenig mit Technik zu tun haben wollen
- Ihr Sortiment und Ihre Abläufe eher standardisiert sind
- Sie auch im Laden oder über Social Media verkaufen wollen
WooCommerce passt, wenn
- Sie bereits eine WordPress-Website haben oder Inhalte und Shop eng verbinden wollen
- Sie besondere Funktionen, Produktarten oder Schnittstellen brauchen
- Sie keine Gebühren pro Verkauf an die Plattform zahlen wollen und die Wartung abgeben
Wir setzen beide Systeme um und empfehlen Ihnen im Erstgespräch das passende. Mehr dazu auf der Seite Onlineshop erstellen lassen.
Wie verbreitet sind die beiden Systeme?
Laut W3Techs laufen im Oktober 2026 weltweit 47,6 Prozent aller Onlineshops mit bekanntem Shopsystem auf WooCommerce und 32,2 Prozent auf Shopify. Beide Systeme sind also etabliert, und es gibt für beide viele Fachleute und Erweiterungen.
Rechtliches für Schweizer Onlineshops
Unabhängig vom System gelten für Onlineshops in der Schweiz einige Pflichten:
- Preise inklusive Mehrwertsteuer: Gegenüber Konsumentinnen und Konsumenten muss nach der Preisbekanntgabeverordnung der tatsächlich zu bezahlende Preis in Franken genannt werden, inklusive Mehrwertsteuer. Das gilt ausdrücklich auch im Internet.
- Impressum: Wer online Waren oder Dienstleistungen anbietet, muss nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb klare und vollständige Angaben zu Identität und Kontaktadresse machen, inklusive E-Mail-Adresse.
- Datenschutzerklärung: nach dem revidierten Datenschutzgesetz, mit Angaben zu Zahlungs-, Versand- und Analysediensten.
- AGB: regeln Lieferung, Rückgabe und Gewährleistung und schaffen Klarheit für beide Seiten.
Hinweis
Lassen Sie Ihre Rechtstexte von einer Fachperson prüfen. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung.
Checkliste vor dem Start
- Sortiment, Varianten und Anzahl Produkte festhalten.
- Zahlungsarten festlegen, für Schweizer Kundschaft mindestens Karte und TWINT.
- Versandarten, Versandkosten und Lieferländer definieren.
- Mehrwertsteuersätze mit der Treuhand klären.
- Eigene Produkttexte und gute Produktbilder vorbereiten, statt Herstellertexte zu kopieren.
- Impressum, Datenschutzerklärung und AGB erstellen.
- Den Bestellprozess mit echten Testbestellungen prüfen, auch mit TWINT.
Eigene Produkttexte, sprechende URLs und strukturierte Daten für Produkte helfen bei Google und in KI-Antworten. Beides ist mit Shopify und mit WooCommerce möglich.
Fazit
Shopify ist die bequemere Lösung mit klaren Monatskosten und Gebühren pro Verkauf. WooCommerce ist die flexiblere Lösung ohne Plattformgebühr, braucht aber Betreuung. Für Schweizer Shops funktionieren beide, inklusive TWINT und korrekter Mehrwertsteuer. Wählen Sie das System, das zu Ihrem Sortiment, Ihren Abläufen und Ihrem Budget passt.
Quellen
- Shopify Schweiz: Preise
- Shopify Help Center: Zahlungsarten in der Schweiz
- Shopify Help Center: Voraussetzungen Schweiz
- WordPress.org: WooCommerce
- WooCommerce: Subscriptions
- TWINT: Plugins für Onlineshops
- WordPress.org: PostFinance Checkout
- ESTV: Mehrwertsteuersätze Schweiz
- KMU-Portal des Bundes: Preisbekanntgabeverordnung, Wegleitung
- Handelsverband.swiss: Impressumspflicht nach UWG
- W3Techs: Marktanteile Shopsysteme
