Relaunch

Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust: Die Checkliste

Ein Relaunch kann Platzierungen kosten, die über Jahre aufgebaut wurden. Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich das vermeiden. Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch alle Phasen, gestützt auf die offiziellen Empfehlungen von Google.

Leotrim SallahajLeotrim Sallahaj · Inhaber von LEOSAAktualisiert am 10. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Kurz beantwortet

Rankings bleiben bei einem Relaunch erhalten, wenn alle bisherigen Seiten erfasst, jede alte Adresse per 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite umgeleitet, wichtige Inhalte übernommen und die neue Website nach dem Launch in der Google Search Console kontrolliert wird. Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind laut Google normal.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erfassen Sie vor dem Relaunch alle Seiten, Besucherzahlen, Rankings und Links.
  • Leiten Sie jede alte URL per 301 oder 308 auf die inhaltlich passende neue Seite um, nie pauschal auf die Startseite.
  • Google empfiehlt, Weiterleitungen so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr.
  • Schützen Sie die Testumgebung mit Passwort oder noindex. Die robots.txt allein reicht nicht.
  • Bei kleinen und mittleren Websites dauert der Umzug laut Google einige Wochen.

Warum Rankings bei einem Relaunch verloren gehen

Google hat Ihre bisherigen Seiten über Jahre bewertet. Bei einem Relaunch ändern sich oft Adressen, Inhalte, Struktur und Technik gleichzeitig. Die häufigsten Ursachen für Ranking-Verluste sind:

  • Fehlende Weiterleitungen: Alte Adressen führen ins Leere, Besucher und Google landen auf Fehlerseiten.
  • Gelöschte Inhalte: Seiten, die Besucher brachten, fallen weg, ohne dass es jemand bemerkt.
  • Gesperrte Website: Die Sperre der Testumgebung bleibt nach dem Launch aktiv.
  • Technische Fehler: falsche Canonical-Angaben, Weiterleitungsketten oder deutlich langsamere Seiten.

Google rät, bei grossen Umzügen möglichst nicht alles gleichzeitig zu ändern. Wenn Design, System und Adressen neu sind, ist sorgfältige Planung umso wichtiger.

Phase 1: Bestandsaufnahme

Bevor etwas verändert wird, halten Sie fest, was heute funktioniert:

  1. Alle URLs der aktuellen Website erfassen, zum Beispiel mit einem Crawler und aus der Sitemap.
  2. In der Google Search Console die Seiten mit den meisten Klicks und Impressionen exportieren.
  3. Besucherzahlen pro Seite aus Google Analytics sichern.
  4. Wichtige externe Links auf Ihre Website festhalten.
  5. Seitentitel, Meta-Beschreibungen und strukturierte Daten der wichtigsten Seiten dokumentieren.
  6. Ladezeiten und Core Web Vitals der alten Website messen, als Vergleichswert.

Praxistipp

Exportieren Sie die Daten aus der Search Console vor dem Relaunch. So können Sie später genau vergleichen, welche Seiten wie viele Klicks hatten.

Phase 2: URL-Plan und 301-Weiterleitungen

Das Herzstück jedes Relaunchs ist der URL-Plan: eine Liste, in der jede alte Adresse ihrer neuen Adresse zugeordnet ist. Google empfiehlt dafür serverseitige, permanente Weiterleitungen.

ArtTypWie Google sie behandelt
301 und 308permanent, serverseitigEmpfohlen. Die neue URL wird als Hauptversion übernommen.
302 und 307temporärDie alte URL bleibt eher in den Suchergebnissen.
Meta-Refresh mit 0 SekundenpermanentMöglich, aber weniger zuverlässig als serverseitig.
JavaScript-WeiterleitungpermanentNur wenn nichts anderes geht. Schlägt das Rendering fehl, sieht Google sie nicht.

Regeln für saubere Weiterleitungen

  • Jede alte URL zeigt auf die inhaltlich passendste neue Seite.
  • Keine Massenweiterleitung auf die Startseite. Google kann solche Weiterleitungen als «Soft 404» werten.
  • Keine Ketten: Weiterleitungen führen direkt zum endgültigen Ziel.
  • Seiten, die es ohne Ersatz nicht mehr gibt, dürfen einen echten 404-Status liefern.
  • Weiterleitungen so lange wie möglich behalten, laut Google in der Regel mindestens ein Jahr.

Phase 3: Die Testumgebung richtig schützen

Die neue Website wird meist auf einer Testumgebung aufgebaut. Diese soll nicht bei Google erscheinen, sonst konkurriert sie mit der echten Website.

  • Passwortschutz: der sicherste Weg, private Inhalte von Google fernzuhalten.
  • noindex: über ein Meta-Tag oder den HTTP-Header X-Robots-Tag.
  • Nicht nur robots.txt: Laut Google ist die robots.txt kein Mittel, um Seiten aus dem Index fernzuhalten. Gesperrte Seiten können trotzdem indexiert werden, wenn andere auf sie verlinken.

Achtung

Führen Sie eine Liste aller Seiten mit noindex. Am Launch-Tag muss diese Sperre auf der echten Website zuverlässig entfernt werden.

Phase 4: Der Launch-Tag

  1. Sperren der Testumgebung entfernen: noindex, Passwortschutz, robots.txt.
  2. Weiterleitungen aktivieren und Stichproben mit dem URL-Prüftool der Search Console testen.
  3. Interne Links auf die neuen URLs umstellen, statt sich auf Weiterleitungen zu verlassen.
  4. Canonical- und hreflang-Angaben auf die neuen URLs aktualisieren.
  5. Eine Sitemap mit den neuen URLs einreichen. Laut Google kann die alte Sitemap während des Umzugs zusätzlich bestehen bleiben.
  6. Bei einem Domainwechsel das Tool «Adressänderung» in der Search Console nutzen. Es ist nur für Domain- oder Subdomain-Wechsel gedacht.
  7. Ladezeiten prüfen und mit den Werten der alten Website vergleichen.
Grenzwerte laut Google, bewertet am 75. Perzentil echter Nutzerdaten
Core Web VitalMisstGut
LCPLadezeit des grössten Inhaltsbis 2,5 Sekunden
INPReaktion auf Eingabenbis 200 Millisekunden
CLSVerschieben des Layoutsbis 0,1

Phase 5: Nach dem Launch kontrollieren

Laut Google crawlt der Googlebot eine umgezogene Website für eine Weile stärker als üblich. Bei kleinen und mittleren Websites dauert es einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind. Schwankungen in der Sichtbarkeit sind in dieser Zeit normal.

Bericht in der Search ConsoleWas Sie prüfen
SeitenindexierungWerden die neuen Seiten indexiert? Gibt es Weiterleitungsfehler oder Soft 404?
SitemapsWurde die neue Sitemap erfolgreich gelesen?
URL-PrüfungWelche URL hat Google als Hauptversion gewählt?
Leistung mit VergleichEntwickeln sich Klicks und Impressionen im Vergleich zur Zeit vor dem Relaunch?

Prüfen Sie in den ersten Wochen wöchentlich, danach monatlich. Fehler, die Sie früh finden, sind schnell behoben.

Die häufigsten Fehler

  • Alle alten URLs auf die Startseite umleiten.
  • Die noindex-Sperre der Testumgebung mit live schalten.
  • Seiten mit vielen Besuchern ohne Ersatz löschen.
  • Weiterleitungen nach wenigen Wochen wieder entfernen.
  • Interne Links nicht anpassen und so Weiterleitungsketten erzeugen.
  • Die neue Website langsamer machen als die alte.

Inhalte übernehmen und verbessern

Ein neues Design ist schnell gemacht. Über die Rankings entscheiden aber vor allem die Inhalte. Gehen Sie beim Übernehmen so vor:

  • Seiten mit vielen Klicks oder externen Links behalten und inhaltlich verbessern, statt sie zu kürzen.
  • Seitentitel und Meta-Beschreibungen übernehmen oder gezielt verbessern.
  • Überschriften-Struktur und wichtige Begriffe der erfolgreichen Seiten beibehalten.
  • Bilder mit Alternativtexten übernehmen.
  • Strukturierte Daten auf der neuen Website wieder einbauen.
  • Schwache oder doppelte Seiten zusammenlegen und per 301 auf die neue Seite weiterleiten.

Zeitplan für einen Relaunch

Beispielhafter Ablauf für eine KMU-Website
ZeitpunktAufgaben
Vor der UmsetzungBestandsaufnahme, Daten exportieren, URL-Plan erstellen
Während der UmsetzungTestumgebung schützen, Inhalte übernehmen, Weiterleitungen vorbereiten
Kurz vor dem LaunchWeiterleitungen testen, Launch-Checkliste durchgehen
Launch-TagSperren entfernen, Weiterleitungen aktivieren, Sitemap einreichen
Erste WochenSearch Console wöchentlich prüfen, Fehler sofort beheben
Erstes Jahrmonatlich kontrollieren, Weiterleitungen bestehen lassen

Kleinere Websites sind bei uns meist nach 2 bis 4 Wochen online, umfangreiche Projekte dauern bis zu 3 Monate.

Fazit

Ein Relaunch ist eine Chance, Design, Struktur und Technik zu verbessern. Ranking-Verluste lassen sich mit einer sauberen Bestandsaufnahme, vollständigen 301-Weiterleitungen, einer geschützten Testumgebung und konsequenter Kontrolle nach dem Launch vermeiden. Planen Sie diese Schritte von Anfang an ein, nicht erst kurz vor dem Go-live.

Quellen

  1. Google: Website-Umzug mit URL-Änderungen
  2. Google: Website-Umzug ohne URL-Änderungen
  3. Google: Weiterleitungen und Google Suche
  4. Google: Tool zur Adressänderung
  5. Google: Einführung in robots.txt
  6. Google: Indexierung mit noindex blockieren
  7. Google: Bericht zur Seitenindexierung
  8. Google: Core Web Vitals in der Search Console
Leotrim Sallahaj

Über den Autor: Leotrim Sallahaj

Leotrim Sallahaj, B.Sc., ist Inhaber von LEOSA. Seit 2019 gestaltet und entwickelt er Websites und Onlineshops und kümmert sich um SEO, GEO und Online-Marketing für KMU, von Konstanz aus, direkt an der Grenze zu Kreuzlingen. Mehr über LEOSA

FAQ

Häufige Fragen.

Kurze Antworten zum Thema. Ihre Frage ist nicht dabei? Wir beraten Sie gerne persönlich.

Verliere ich bei einem Relaunch meine Rankings?

Nicht, wenn der Relaunch sauber geplant wird. Entscheidend sind vollständige 301-Weiterleitungen, die Übernahme wichtiger Inhalte und eine Kontrolle nach dem Launch. Leichte Schwankungen in den ersten Wochen sind laut Google normal.

Wie lange soll ich Weiterleitungen behalten?

Google empfiehlt, Weiterleitungen so lange wie möglich zu behalten, in der Regel mindestens ein Jahr. Aus Sicht der Besucher am besten dauerhaft.

Darf ich alte Seiten auf die Startseite umleiten?

Nein, nicht pauschal. Google kann solche Weiterleitungen als Soft 404 werten. Leiten Sie jede alte Seite auf die inhaltlich passende neue Seite um.

Wie lange dauert es, bis Google den Relaunch verarbeitet hat?

Laut Google dauert es bei kleinen und mittleren Websites einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind. Grössere Websites brauchen länger.

Reicht die robots.txt, um die Testumgebung zu sperren?

Nein. Laut Google können per robots.txt gesperrte Seiten trotzdem indexiert werden. Schützen Sie die Testumgebung mit einem Passwort oder mit noindex.

Was kostet ein Relaunch bei LEOSA?

Ein Relaunch ist ein Website-Projekt. Eine professionelle Website gibt es bei LEOSA ab CHF 1’900, grössere Projekte mit Onlineshop, mehreren Sprachen oder besonderen Funktionen liegen über CHF 10’000. Bestandsaufnahme, Weiterleitungen und Kontrolle nach dem Launch gehören bei uns zu jedem Relaunch.

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