Kurz beantwortet
Webdesign und SEO hängen eng zusammen, weil Seitenstruktur, Ladezeit, mobile Darstellung, Überschriften, Bilder und Inhalte bereits im Design festgelegt werden. Google indexiert Websites vorwiegend in der mobilen Version und nutzt die Core Web Vitals in seinen Ranking-Systemen, betont aber, dass es kein einzelnes entscheidendes Signal gibt. Wer SEO erst nach dem Launch angeht, muss oft Design und Inhalte nachträglich umbauen.
Das Wichtigste in Kürze
- Google verwendet für Indexierung und Ranking vorwiegend die mobile Version einer Website.
- Die Core Web Vitals fliessen in die Ranking-Systeme ein, gute Werte allein garantieren aber kein Top-Ranking.
- Seitentitel sollen beschreibend und kurz sein, ohne Floskeln, die auf jeder Seite gleich sind.
- Das Meta-Keywords-Tag nutzt Google nicht, Keywords in der URL haben kaum Wirkung.
- Moderne Bildformate wie WebP und AVIF sparen viel Datenvolumen, das wichtigste Bild darf aber nicht verzögert laden.
Warum Design und SEO nicht getrennt sein sollten
Oft wird zuerst eine Website gestaltet und danach eine SEO-Agentur beauftragt. Dann zeigt sich, dass Leistungen auf einer einzigen Seite zusammengefasst sind, Texte in Bildern stecken oder die Seite auf dem Smartphone langsam ist. Solche Punkte lassen sich nachträglich nur mit grösserem Aufwand ändern.
Wird SEO von Anfang an mitgedacht, entstehen Struktur, Design und Inhalte in einem Zug. Das spart Zeit und Geld und führt meist schneller zu Anfragen. Laut BFS nutzen 97 Prozent der Schweizer Bevölkerung das Internet, am häufigsten mit dem Smartphone. Wer dort nicht überzeugt, verliert Kundschaft.
Diese Design-Entscheidungen beeinflussen Ihre Rankings
| Entscheidung | Wirkung auf SEO |
|---|---|
| Seitenstruktur | Eine Seite pro Leistung lässt sich gezielt einem Suchbegriff zuordnen. Sammelseiten konkurrieren mit sich selbst. |
| Mobile Darstellung | Google indexiert vorwiegend die mobile Version. Fehlt dort Inhalt, fehlt er auch für Google. |
| Ladezeit | Grosse Bilder, viele Skripte und schwere Animationen verschlechtern die Core Web Vitals. |
| Überschriften | Eine logische Gliederung hilft Lesenden, Screenreadern und KI-Assistenten, den Inhalt zu verstehen. |
| Bilder | Moderne Formate, passende Grössen und beschreibende Alternativtexte machen Bilder auffindbar und die Seite schneller. |
| Interne Links | Verweise mit beschreibendem Linktext zeigen Google, welche Inhalte zusammengehören. |
| URLs | Lesbare Wörter mit Bindestrichen statt langer Nummern. |
| Strukturierte Daten | Angaben nach Schema.org beschreiben Unternehmen, Leistungen und häufige Fragen maschinenlesbar. |
Was Google selbst empfiehlt
Seitentitel und Beschreibungen
Google empfiehlt beschreibende und kurze Seitentitel und rät von wiederholten Standardtexten ab. Für die Meta-Beschreibung gibt es keine feste Längenbegrenzung. Google erstellt die Vorschau in den Suchergebnissen aber vor allem aus dem Inhalt der Seite selbst. Eine gute Beschreibung ist deshalb ein Angebot, kein Garant.
Überschriften
Für das Ranking spielt es laut Google keine Rolle, ob Überschriften in perfekter Reihenfolge stehen. Eine saubere Gliederung hilft aber Screenreadern und macht den Inhalt für Menschen und KI-Assistenten verständlicher.
Links und URLs
Guter Linktext ist beschreibend, kurz und relevant. Statt «hier klicken» also besser «Preise für Websites». Für URLs empfiehlt Google lesbare Wörter statt langer ID-Nummern und Bindestriche statt Unterstrichen.
Seitenerlebnis
Die Core Web Vitals werden von den Ranking-Systemen von Google genutzt. Google betont aber, dass es kein einzelnes Signal gibt und dass gute Werte kein Top-Ranking garantieren. Relevanter Inhalt bleibt das Wichtigste.
SEO-Mythen, die Sie vergessen können
| Mythos | Was stimmt |
|---|---|
| Meta-Keywords bringen Rankings. | Google nutzt das Keywords-Meta-Tag nicht. |
| Das Keyword muss in die Domain. | Keywords in Domain und URL haben laut Google kaum Wirkung, ausser in der Brotkrumen-Anzeige. |
| Die Beschreibung muss genau 155 Zeichen haben. | Es gibt keine feste Grenze. Google kürzt die Anzeige je nach Platz. |
| H1, H2 und H3 müssen exakt in Reihenfolge stehen. | Für das Ranking egal, für Lesbarkeit und Barrierefreiheit trotzdem sinnvoll. |
| Gute Core Web Vitals bedeuten Platz 1. | Sie sind ein Faktor von vielen. Ohne relevanten Inhalt helfen sie wenig. |
Bilder richtig einsetzen
- Formate: WebP komprimiert oft besser als JPEG oder PNG, AVIF spart in Tests teils mehr als die Hälfte gegenüber JPEG. Google unterstützt beide Formate in der Bildersuche.
- Grösse: Bilder nur so gross ausliefern, wie sie angezeigt werden.
- Lazy Loading: Bilder weiter unten erst laden, wenn sie sichtbar werden. Das wichtigste Bild oben auf der Seite aber nie verzögert laden, sonst leidet die Ladezeit.
- Alternativtext: beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist. Keywords gehören nicht gestapelt hinein.
Häufige Fehler bei neuen Websites
- Leistungen werden nur als Stichworte auf der Startseite aufgezählt, ohne eigene Seiten.
- Wichtige Texte stehen in Bildern oder Slidern statt als Text auf der Seite.
- Die Website ist auf dem Smartphone langsam, weil Bilder nicht komprimiert sind.
- Seitentitel und Beschreibungen fehlen oder lauten überall gleich.
- Linktexte lauten «mehr» oder «hier» statt zu beschreiben, wohin sie führen.
- Bei einem Relaunch werden alte Adressen nicht weitergeleitet. Mehr dazu in der Relaunch-Checkliste.
Barrierefreiheit: Pflicht oder Kür?
Eine gesetzliche Pflicht zu barrierefreien Websites gilt in der Schweiz heute nur für Bundesbehörden. Private Anbieter dürfen Menschen mit Behinderung aber nicht diskriminieren. Der Bundesrat hat zudem eine Revision des Behindertengleichstellungsgesetzes vorgelegt, die Dienstleister zu angemessenen Vorkehrungen verpflichten soll, auch bei digitalen Angeboten.
Gute Kontraste, Alternativtexte, eine klare Gliederung und bedienbare Formulare sind ohnehin Teil guter Webentwicklung und helfen auch bei Google.
Checkliste für Ihre neue Website
- Für jede Leistung gibt es eine eigene Seite mit klarer H1.
- Jede Seite hat einen eigenen, beschreibenden Seitentitel und eine eigene Beschreibung.
- Die Seite lädt auf dem Smartphone schnell und erreicht gute Core Web Vitals.
- Bilder sind im passenden Format, komprimiert und haben Alternativtexte.
- Wichtige Inhalte stehen als Text auf der Seite.
- Verwandte Seiten sind mit beschreibenden Linktexten verlinkt.
- URLs sind kurz, lesbar und mit Bindestrichen.
- Strukturierte Daten beschreiben Unternehmen, Leistungen und FAQ.
- Die Website ist in der Google Search Console eingerichtet, mit eingereichter Sitemap.
Auch für KI-Antworten wichtig
KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity und die KI-Übersicht von Google stützen sich auf Inhalte, die klar strukturiert und leicht zu zitieren sind. Eine Website, die Fragen direkt beantwortet, Fakten mit Quellen belegt und überall dieselben Firmenangaben zeigt, hat dort bessere Chancen. Mehr dazu im Ratgeber Was ist GEO?.
Besonderheiten für Schweizer KMU
- Sprache: Schweizer Schreibweise und Begriffe, die Ihre Kundschaft wirklich sucht, zum Beispiel Offerte statt Angebot.
- Preise: Angaben in CHF und klarer Hinweis zur Mehrwertsteuer.
- Regionen: Nennen Sie die Kantone und Orte, in denen Sie arbeiten.
- Mehrere Sprachen: Wer Kundschaft in der Romandie oder im Tessin hat, plant die Sprachen von Anfang an mit. Mehr dazu im Leitfaden zur mehrsprachigen Website.
Fazit
Eine Website wird nicht nachträglich für Google optimiert, sondern von Anfang an so gebaut, dass Menschen und Suchmaschinen sie verstehen. Klare Struktur, schnelle Technik, gute Bilder und relevante Inhalte sind die gemeinsame Grundlage für Design, SEO und Sichtbarkeit in KI-Antworten.
Quellen
- Google: SEO-Leitfaden für Einsteiger
- Google: Seitentitel in den Suchergebnissen
- Google: Snippets und Meta-Beschreibungen
- Google: Crawlbare Links und Linktexte
- Google: URL-Struktur
- Google: Seitenerlebnis
- Google: Mobile-First-Indexierung
- Google: Core Web Vitals in der Search Console
- Google: Bilder für die Suche optimieren
- web.dev: Bildperformance
- web.dev: LCP optimieren
- BFS: Internetnutzung in der Schweiz 2023 (Medienmitteilung)
- Fedlex: Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG)
- EBGB: Teilrevision des Behindertengleichstellungsgesetzes
